Kampfmittelräumbranche kritisiert zögerliche Haltung der BundesregierungMit Irritationen musste die Kampfmittelräumbranche die Äußerungen des Bundeskanzlers und des Außenministers entgegennehmen, nach denen eine mögliche deutsche Beteiligung am Wiederaufbau von Kriegsschäden im Irak von entsprechenden Entscheidungen in der UNO abhängig gemacht wird. Bereits jetzt laufen humanitäre Projekte an, die mit privaten und öffentlichen Mitteln finanziert werden. Angesichts von über 30.000 Bomben, die allein über Bagdad abgeworfen wurden, ergibt sich hieraus ein Gefahrenpotential von mindestens 3.000 Bombenblindgängern. Hinzu kommen Minen und Munition der unterschiedlichsten Arten, die die Bevölkerung und die Alliierten bedrohen. Amerikanische, britische, norwegische und belgische Kampfmittelräumfirmen sind bereits vor Ort oder dabei, mit ihren Regierungen entsprechende Verträge zur Kampfmittelräumung zu schließen. Deutschland hat zwar 50 Millionen Euro für humanitäre Maßnahmen angekündigt, eine Absicherung, dass damit auch der Einsatz deutscher Unternehmen finanziert werden soll, aber unterlassen. Aufgrund der Konsolidierungspolitik der Bundesregierung und der daraus resultierenden Knappheit öffentlicher Kassen brechen öffentliche Aufträge in Deutschland in erheblichen Größenordnungen mit der Folge weg, dass Spezialisten aus deutschen Firmen entlassen werden. Die Kampfmittelbranche fordert die Bundesregierung auf, durch entsprechende Stellen, z. B. das Verteidigungs- oder Außenministerium, sicherzustellen, dass die vom deutschen Steuerzahler aufgebrachten Gelder nicht nur zur Sicherung von Arbeitskräften im Ausland, sondern der heimischen Wirtschaft zugute kommen. Die Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung Deutschland e. V. steht für Gespräche hierüber gern zur Verfügung. 11.04.2003 - Dipl.-Ing. Hans Joachim Rosenwald - Tel.: 030/86 00 04-35 |