Herstellermaßnahmen in der Sondiertechnik zur Qualitätssicherung – Teil I

Die Diskussion der letzten Jahre über die Qualität der durchgeführten Arbeiten zur Kampfmittelsuche hat dazu geführt, dass im Bereich der Sondiertechnik Verbesserungen vorgenommen wurden, um höhere Qualitäts¬standards einfacher zu erreichen. Bereits bei der Herstellung der Sonden, wobei es sich in der Regel um differenzielle Magnetometer handelt, werden Kalibriermaschinen eingesetzt. Außerdem finden justagefreie Sonden eine weitere Verbreitung und anderseits wird die Datenaufzeichnung mit handlichen PDAs wesentlich vereinfacht. Zusammen mit der einfachen Einbindung von GPS-Systemen ist die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der geleisteten Sondierarbeit besser gegeben.

Spannbandtechnik

Das Prinzip der differenziellen Magnetometer basiert darauf, dass zwei zueinander exakt ausgerichtete Magnet¬feldsensoren die durch ferromagnetische Körper, wie zum Beispiel Bombenblindgänger, hervorgerufenen Störun¬gen des Erdmagnetfeldes erfassen und als Abweichung von Null indizieren. Um sehr tief liegende oder kleine Objekte finden zu können, sind sehr hohe Messempfindlichkeiten nötig.

Ein Verlust der exakten Ausrichtung der beiden Magnetfeldsensoren hat ebenfalls eine Abweichung von Null zur Folge, die zu einem systematischen Fehler bei der Suche nach Bombenblindgängern führt. Mit Justierschlüsseln muss in einem solchen Fall an einem möglichst störungsfreien Ort die exakte Ausrichtung der Magnetfeldsensoren wieder hergestellt werden. Diese Arbeit kann von einem Fachmann in kurzer Zeit durchgeführt werden. Bei der täglichen Arbeit im Feld gibt es jedoch die Tendenz, mit der Nachjustage zu lange zu warten und leichte Qualitätseinbußen in Kauf zu nehmen.

Die Verwendung der sogenannten Spannbandtechnik ist eine Möglichkeit konstruktiv die exakte Ausrichtung der beiden Magnetfeldsensoren zu erzwingen. Bei der Spannbandtechnik befinden sich beide Magnetfeldsensoren auf einem unter Zugspannung stehenden Band. Dadurch sind beiden Magnetfeldsensoren axial zueinander exakt parallel ausgerichtet. Somit entfällt jegliche Justagearbeit und die oben beschriebenen systematischen Fehler können nicht vorkommen.

Werkskalibrierung – Testfunktion am differenziellen Magnetometer

Im Zusammenhang mit der computergestützten Datenaufnahme und -auswertung ist es wichtig, die Messwerte bei der Sondierarbeit möglichst genau aufzunehmen, damit die Ergebnisse bei der Datenauswertung zuverlässig sind. Wenn für die Entscheidung, ob an einem Verdachtspunkt Grabungsarbeiten durchgeführt werden sollen, davon abhängt, wie groß die Anzeige- oder Messwerte des differenziellen Magnetometers oder daraus ermittelte Größen, wie zum Beispiel das magnetische Moment [Am2], sind, dann besteht offensichtlich der Bedarf, die Genauigkeit der Messwerte sicher zu stellen. Dazu wird zum Beispiel bei der Firma Vallon GmbH mit allen differenziellen Magnetometern (Typenbezeichnungen VXC1, EL1302D2, EL1303D2, VET2, VSS. VSM, VSL) bei der Herstellung eine Werkskalibrierung durchgeführt. Für die Werkskalibrierung wird eine Kalibrieranlage eingesetzt, die von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig abgenommen wurde, sodass die Rückführbarkeit der Werte auf ein Kalibriernormal gewährleistet ist.

Dr. Jürgen Braunstein
Vallon GmbH, Im Grund 3, 72800 Eningen
Tel.: (07121) 98 55-0, Fax: (07121) 8 36 43, E-Mail: jurgen.braunstein@vallon.de