Gegenüberstellung gängiger Detektionsverfahren in der Kampfmittelräumung, Teil III Das Totalfeldmagnetometer, auch Cäsiumdampfsonde, ist wiederum, wie das Gradiometer, ein passives Messverfahren. Im Gegensatz zu diesem werden jedoch keine Gradienten, also die vertikale Komponente einer Magnetfeldverzerrung, gemessen, sondern der absolute Wert des Erdmagnetfelds. Der Dynamikumfang ist, ebenso wie die Auflösung, ein vielfaches höher als bei Gradiometern, aus diesem Grund werden Totalfeldmagnetometer auch in der Archäologie eingesetzt, da durch die Messung auch winzigster Unterschiede im Erdmagnetfeld z. B. Fundamente oder Brunnen im Boden sichtbar gemacht werden können. Die Ausnutzung dieser hohen Auflösung setzt jedoch eine magnetisch äußerst ungestörte Umgebung voraus, selbst Funkstrecken oder weit entfernte Bahnlinien verursachen Störungen. In dicht besiedelten Gebieten sind solche Gegenden mittlerweile schwer zu finden. Ein weiterer Nebeneffekt ist das Anmessen von Geologie, z. B. Ausfällungen von Eisen am Grundwasserhorizont, diese werden als massive Anomalie angezeigt. Eine analoge Auswertung durch den Benutzer ist nicht möglich, die Daten werden gespeichert und nach einer Bearbeitung am Rechner ausgewertet, auch hier sollte die Auswertung aufgrund der komplexen Software nur durch erfahrenes Personal erfolgen. Schlusswort: Bei diesem Vergleich wurde nur die Oberfläche dieses komplexen Themas etwas angekratzt, er soll auch nur vereinfacht die wesentlichen Unterschiede der in Deutschland am Markt befindlichen, relevanten Systeme herausstellen und ein wenig dazu beitragen, die Bildung von Mythen über „Wundersonden“ zu verhindern. Es wird, insbesondere in den USA, wo die Kampfmittelsondierung fest in der Hand von Geophysikern ist, viel über die Möglichkeit der Unterscheidung zwischen Munition und Schrott gesprochen. Man kann bei EM-Systemen tatsächlich am Abklingverhalten eines induzierten Magnetfeldes Rückschlüsse auf das Material eines Körpers ziehen, aber niemand ist wirklich 100 % sicher, das von 5 gemessenen Objekten nur eines Munition ist und man die anderen unbesehen ignorieren kann. Da man Physik nicht überlisten kann, wird sich dieser Zustand wohl auch sobald nicht ändern. Eine Wahrscheinlichkeit von 70 oder 80 % ist jedoch für die Freigabe von munitionsbelasteten Flächen nicht gut genug, das weiß jeder, der schon einmal Bilder von Munitionsopfern gesehen hat. Detlef Heil |