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01.12.2009

Kampfmittelräumung – richtig haftpflichtversichert?

Kampfmittelräumung – richtig haftpflichtversichert?
Während der täglichen Arbeit sind Unternehmen, insbesondere auch Unternehmen, die sich auf die Kampfmittelräumung spezialisiert haben, vielfachen Gefahren ausgesetzt. Spezifisch für diese Branche ist, dass die Gefahrenaussetzung der Unternehmen nicht mit der Erfüllung des Auftrages endet: Die Unternehmen sehen sich oft Ansprüchen seitens der Vertragspartner sowie Dritter, auch nach Durchführung und schriftlicher Bestätigung der Sondierung zur Kampfmittelerkundung, ausgesetzt.

Im Schadensfall kommt es neben der zu klärenden Haftungsfrage und des Schadenersatzumfanges vornehmlich zu Streitigkeiten mit dem Anspruchssteller, wenn aus Sicht des vermeintlichen Schadenverursachers kein berechtigter Schadensersatzanspruch gegeben ist.

Gemäß § 823 BGB ist derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, dem anderem zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Im Rahmen einer Betriebs-Haftpflicht-Versicherung sind Schadensersatzansprüche auf Grund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts versichert. Für individuell geschlossene Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen, besteht kein automatischer Versicherungsschutz im Rahmen der Betriebs-Haftpflicht-Versicherung. Entsprechende Vereinbarungen sind somit individuell mit dem Versicherer abzustimmen.

Die Aufgaben einer Betriebs-Haftpflicht-Versicherung liegen zum einen in der Regulierung begründeter Schadensersatzansprüche, zum anderen in der Ablehnung von unbegründeten Schadenersatzansprüchen gegenüber Dritten. Der Haftpflicht-Versicherer übernimmt somit die Funktion eines Rechtsschutz-Versicherers.

Besonderes Augenmerk ist bei einer bestehenden - als auch bei dem Abschluss einer neuen - Betriebs-Haftpflicht-Versicherung auf den Deckungsumfang zu legen, da ansonsten ein berechtigter, jedoch nicht versicherter Schadensersatzanspruch, die Liquiditätsreserven eines Unternehmens aufbrauchen und es somit in ernsthafte finanzielle Bedrängnis bringen kann.

Von besonderer Bedeutung sind

  • die Vereinbarung einer detaillierten und umfangreichen Betriebsbeschreibung,
  • die Vereinbarung einer in der Höhe ausreichenden Deckungssumme für Personen- und Sachschäden,
  • der besondere Einschluss der Vermögensschadens-Haftpflicht-Versicherung, sofern Planungstätig-keiten durchgeführt werden.


Insbesondere durch eine nicht deutlich beschriebene Tätigkeit, nämlich der Ortung und Freilegung von Kampfmitteln, ist eine Reduzierung des jährlichen finanziellen Aufwandes im Rahmen der Betriebs-Haftpflicht-Versicherung möglich. Von einer solchen Verfahrensweise kann jedoch nur ausdrücklich abgeraten werden, da der Versicherer nach einem eingetretenen Schadensfall zur Zahlung der Entschädigungsleistung, bei Tätigkeiten, die nicht explizit von der Betriebsbeschreibung umfasst sind, befreit ist!

Auf Grund der bestehenden Haftungsthematik gegenüber den Auftraggebern sowie aber auch unbeteiligten Dritten ist eine ständige Aktualisierung bzw. Überprüfung der bestehenden Betriebs-Haftpflicht-Versicherung für jedes Unternehmen von existentieller Bedeutung.

Sven Schulze
Betriebswirt VWA
AKO Versicherungsmakler GmbH & Co. KG
Arastraße 2
85579 Neubiberg
Tel.: +49 89 641899-15
Fax: +49 89 641899 50
www.artus.ag/ako